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Geschichte

Büdesheim, der größte Vorort der kreisfreien Stadt Bingen am Rhein, an dem Tor zum romantischen Mittelrhein gelegen, finden wir an der Südseite des Rochusberges, am Fuße der weltberühmten Weinlage „Scharlachberg“. Schon im Jahre 779 n.Chr. wird der Name Büdesheim in einer Urkunde erwähnt, mit der König Karl der Große dem Kloster Fulda einen Weinberg „gelegen zu Büdesheim bei Binghen„ als Schenkung vermachte. Büdesheim liegt auf geschichtsträchtigem Boden. Waren als älteste Bewohner die Kelten genannt, folgten später die Germanen bis sich aus dem Süden die Römer diesen entgegestemmten und im Jahre 52 v.Chr. von dem römischen Feldherr Julius Cäsar endgültig besiegt wurden. Das Land der linken Rheinseite wurde daraufhin römisch besetztes Gebiet und von Kaiser Augustus in Vor- und Untergermanien geteilt. Nero Claudius Drusus errichtete in Bingen ein römisches Castell von dem wahrscheinlich ein vorgelegter Teil in Büdesheim stationiert war. Das Rhein - Nahe - Eck war damals wie heute noch Knotenpunkt alter Handels- und Heerstrassen. Verbindungsstraßen von Mainz nach Koblenz, Trier, Kreuznach, Worms kreuzten hier in Büdesheim ihre Wege. In der Nähe des Ortes am Treffelsheimer Kopf und später bei Waldalgesheim / Weiler fanden unter dem Trevier Tutor grausige Schlachten gegen die Römer statt, bei denen aber Tutor von diesen verheerend geschlagen wurde. Diese Schlachtstätte wurde von dem römischen Dichter Aurorius (310 - 395) besucht, wobei er voller Bewunderung die Worte sprach: „Wo einstens Galliens Heer, wie Rom bei Camae erlegen, Totenschein bleicht dort unbeweint auf den Gefilden„. Es fanden danach, so im Jahre 240 n.Chr., viele Kämpfe statt zwischen Mainz und Bingen, wobei 700 Menschen den Tod fanden, 300 Männer gefangen wurden und als Sklaven von den Römern verkauft wurden. Auch im Jahre 355 n.Chr. verbanden sich Franken und Alemannen gegen die Römer und zogen eine Schneiße der Verwüstung durch das Land. Mordend und plündernd, alle Mauern und Türme zerstörend, zogen sie über unsere Städte und Dörfer hinweg. Nun besetzten uns die Burgunder und glaubten hier einen Platz gefunden zu haben. Doch im Jahre 436 n.Chr. setzten unter Attila dem Hunnenkönig 500.000 Hunnen über den Rhein. Dies arme Volk am Rhein musste wieder tausende Tote beklagen und zusehen wie all ihr Hab´ und Gut vernichtet wurde. Unter dem Druck dieser gewaltigen Volkswanderung zogen sich die Römer 450 n.Chr. aus dem Rheinland zurück. Nun konnten die Büdesheimer ihre Schutzmauer mit Wall, Graben und den 4 Ortsmauertoren wieder aufbauen und unter der Oberherrschaft des St. Stephansstifts die vernachlässigten Arbeiten auf den, den Ort umgebenden fruchtbaren Äckern und Wingerten aufnehmen. Viele Dorfbewohner waren zu dieser Zeit noch Leibeigene ihrer Herrschaft oder hatten Frondienste zu leisten. Manche waren an diese Feudalherrschaft des Mittelalters bis in das 18. Jahrhundert gebunden. Der 30-jährige Krieg 1618 - 1648 hat auch die Gemeinde Büdesheim stark gebeutelt. Russen, Schweden und Dänen quartierten sich nach belieben hier ein und drangsalierten die Bewohner. Randalierende Räuberbanden stahlen was nicht niet- und nagelfest war. 1666 grassierte hier der schwarze Tod, die Pest, und raffte in ganz kurzer Zeit hunderte von Menschen weg. Im 18. Jhd. regte sich Frankreich und brachte uns Friede ins Land. Die franz. Revolution und mit Napoleon auch französische Soldaten drangen über die Grenze nach Deutschland, besetzten das linke Rheinufer bis Köln und führten dort den „Code Civil“, das französiche Gesetz ein. Dadurch wurde auch in Büdesheim die Feudalherrschaft aufgehoben und die Menschen vom Joch des Fron und der Leibeigenschaft befreit. Bingen-Büdesheim ist heute ein moderner aufstrebender Stadtteil von Bingen am Rhein. Begünstigt durch seine Lage am Südhang des Rochusberges und der Nahe, hat es gute Möglichkeiten sich auszudehnen. So wurden schon einige von der Stadt Bingen ausgelagerte Betriebe und Schulen aufgenommen. Am südwestlichen Ende steht ein großes Sportzentrum mit Hallenbad, die Rochus-Realschule, eine Grund- und Hauptschule und ein Kindergarten. Ein weiterer Kindergarten ist auf dem Gelände der evangelischen Kirche untergebracht und ein Dritter in der Berlinstraße, den die kath. Kirchengemeinde betreut. Eine neu erbaute Fachhochschule ist am Ostende von Büdesheim in einem großzügig ausgelegten Neubaugebiet neben dem großen Telekom-Betriebsgebäude entstanden.

rathaus.jpgAls besondere Sehenswürdigkeit ist das im Jahre 1539 anstelle des Gerichtsgebäudes erbaute „Alte Rathaus“ zu erwähnen, das im Zentrum des Ortes steht und zu seinem Wahrzeichen wurde. Gegenüber ist der alte Herrenhof des St. Stephansstiftes, der auch den „Zehnthof“ besaß, zu sehen. Dies renovierte Gebäude mit seinem rom. Torbogen, der mit dem Stefansstiftwappen geziert ist, zeigt in seinem Innenhof noch die Anordnung des alten Gebäudekomplexes. Die Burgstrasse, wahrscheinlich die älteste Straße in Büdesheim zeigt noch die vielen Höfe mit ihren verschachtelten kleinen Parzellen, die einst die großen Güter den kleinen Bauern in Erbpacht oder Lehen gaben. Am oberen Ende dieser Straße sind noch alte Gebäude dieser Güter aus dem Mittelalter zu sehen. Diese sind, wahrscheinlich wieder nach Zerstörung aufgebaute Gebäude, die im Grundriß alle noch so angelegt sind wie sie vor zeiten bestanden haben. Weiter nach Osten hin in der Nähe der katholischen Kirche, deren Türen noch aus dem Jahre 1184 n.Chr. stammen und auch urkundlich zum ersten mal erwähnt wird, steht etwas abseits die Burg „Wineck“ (Weineck) die oftmals zerstört oder abgebrannt war, umfriedet mit einer alten Mauer die auch das Zehnthaus des Albanstiftes umschloß. In Büdesheim wurden viele berühmte Persönlichkeiten geboren. Die unter allen herausragenste war der Dichter Stefan George, dessen Geburtshaus eine Gedenktafel ziert. Prof. Dr. Dr. Kraus, geistlicher Rat und Dekan der Universität Mainz. Außerdem noch 7 Geistliche, die alle einen guten Ruf erwarben. Büdesheim ist ein gastfreundlicher Ort mit vielen Weingütern und Straußwirtschaften, die gerne Ihre Türen den Besuchern öffnen. Auch wird dort gerne gefeiert. Besonders mit Ihren Tagen der „offenen Tür“ locken die Weingüter nacheinander ungezählte Besucher in ihre Keller. Büdesheim beherbergt auch zwei Rheinhessische Weinköniginnen. Der Höhepunkt des Jahres ist dann die Büdesheimer Nachkerb, die am zweiten Wochenende im Oktober von „BÜDESHEIM aktiv“, einem Zusammenschluß Büdesheimer Gewerbetreibenden und Handwerkern, sowie von Vereinen gestaltet wird. An diesem verkaufsoffenen Sonntag wird mit Ständen auf den Straßen vielen Musikkapellen und einer Tombola, deren Erlös immer einem guten Zweck zugeführt wird, mit tausenden Besuchern aus nah und fern, zünftig nach Büdesheimer Art gefeiert.

 
 
 
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